"Prompt" ist nur ein anderes Wort für die Eingabe, die du einem KI-Assistenten gibst. Gute Prompts sind keine Geheimwissenschaft. Sie folgen ein paar Regeln, die man in einer Stunde lernt und danach bei jeder Aufgabe anwendet.
Regel 1: Rolle und Kontext zuerst
Sag dem Assistenten, aus welcher Perspektive er antworten soll und in welcher Situation du bist. Das verändert Ton, Tiefe und Wortwahl der Antwort.
Du bist eine erfahrene Treuhänderin. Ich bin Inhaber eines kleinen Malerbetriebs mit drei Angestellten und verstehe die Mehrwertsteuerabrechnung nicht. Erkläre mir in einfachen Worten, was ich pro Quartal tun muss.
Regel 2: Ziel und Zielgruppe nennen
Wofür brauchst du das Ergebnis, und wer wird es lesen? Ein Text für Kundinnen klingt anders als ein Text für das Team. Ein Ergebnis, das du nur für dich brauchst, darf stichwortartig sein.
Regel 3: Format und Länge vorgeben
- Länge: "maximal 120 Wörter", "drei Absätze", "eine Zeile"
- Form: Tabelle, Liste, Fliesstext, E-Mail mit Betreff
- Ton: sachlich, herzlich, per Du, per Sie, Schweizer Schreibweise ohne ß
- Sprache: Deutsch, Englisch, beides nebeneinander
Regel 4: Beispiele mitgeben
Wenn du einen bestimmten Stil willst, zeig ihn. Füge eine E-Mail ein, die dir gefallen hat, und schreib: "Formuliere die neue Nachricht im gleichen Stil." Das funktioniert besser als jede Beschreibung des Stils.
Regel 5: In Runden arbeiten
Erwarte nicht, dass die erste Antwort passt. Frag nach Varianten, lass kürzen, umstellen, zuspitzen. Ein guter Ablauf: Entwurf anfordern, zwei Dinge verbessern lassen, selbst den letzten Schliff machen.
Eine Vorlage für fast alles
Rolle: [wer soll antworten]. Situation: [wer bin ich, worum geht es]. Aufgabe: [was genau soll entstehen]. Zielgruppe: [wer liest es]. Format: [Länge, Form, Ton]. Beispiel: [optional ein Muster].