ChatGPT ist einfach zu öffnen und erstaunlich schwer sinnvoll zu nutzen. Die meisten Menschen tippen eine kurze Frage ein, bekommen eine allgemeine Antwort und schliessen das Fenster wieder. Dabei liegt der Unterschied zwischen nutzlos und nützlich meist nur an ein paar Gewohnheiten. Hier sind sieben Schritte, mit denen der Einstieg gelingt.
Schritt 1: Kostenlos starten, nichts kaufen
Für den Anfang reicht die kostenlose Version von ChatGPT vollständig aus. Erstelle ein Konto, schau dir die Oberfläche an und schreibe deinen ersten Satz. Ein Abo lohnt sich erst, wenn du weisst, wofür du das Tool täglich brauchst.
Schritt 2: Sprich mit ChatGPT wie mit einer neuen Mitarbeiterin
Der häufigste Fehler: zu kurze Eingaben. "Schreib eine E-Mail" liefert eine belanglose E-Mail. Stell dir vor, du erklärst die Aufgabe jemandem, der heute den ersten Arbeitstag hat: Worum geht es, für wen ist es, welcher Ton, wie lang?
Schreibe eine kurze, freundliche E-Mail an meine Vermieterin. Ich möchte fragen, ob ich den Kellerabteil-Schlüssel nächste Woche abholen kann. Ton: höflich, per Sie, maximal fünf Sätze.
Schritt 3: Kontext geben, bevor du fragst
ChatGPT weiss nichts über dich, deine Firma oder deine Situation. Gib zuerst den Rahmen: "Ich bin selbstständige Physiotherapeutin in Basel und schreibe an Patientinnen, die einen Termin verpasst haben." Danach werden die Antworten deutlich passender.
Schritt 4: Nachbessern statt neu anfangen
Die erste Antwort ist ein Entwurf, kein Endergebnis. Sag, was dir nicht gefällt: "Kürzer." "Weniger förmlich." "Nimm den zweiten Absatz raus." "Formuliere den Schluss freundlicher." ChatGPT merkt sich den Verlauf des Gesprächs, du musst nicht von vorne beginnen.
Schritt 5: Format vorgeben
- "Als Tabelle mit den Spalten Aufgabe, Aufwand, Priorität."
- "Als Liste mit maximal fünf Punkten."
- "In drei kurzen Absätzen."
- "Erkläre es so, dass es ein Zwölfjähriger versteht."
Schritt 6: Antworten prüfen, besonders bei Fakten
Schritt 7: Keine vertraulichen Daten eingeben
Namen, Adressen, AHV-Nummern, Gesundheitsdaten, Passwörter oder interne Firmendokumente gehören nicht in einen Chatbot. Für fast jede Aufgabe kannst du Platzhalter verwenden: "Person A" statt des echten Namens, "Firma X" statt des Kunden. Mehr dazu im Artikel über KI und Datenschutz in der Schweiz.
Deine erste Übung
Nimm eine Aufgabe, die du diese Woche sowieso erledigen musst: eine E-Mail, eine Einkaufsliste für ein Essen mit Gästen, eine Zusammenfassung eines langen Schreibens. Gib Kontext, Ziel, Ton und Format an. Bessere die Antwort zweimal nach. Wenn du danach denkst "das hätte ich alleine länger gebraucht", hast du den Einstieg geschafft.